Levadas um Rabacal

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Historische Entwicklung der Levadas um Rabacal und auf der Südseite zwischen Ribeira Brava und Ponta do Pargo




Die Gegend um Rabacal wurde wegen ihres Wasserreichtums schon früh genutzt, um Wasser auf die Felder an der Südküste zu transportieren. Historisch gesehen kann man mehrere Bauetappen unterscheiden:


Etappe bis 1855:



Die Südküste wurde in erster Linie von Vertikallevadas bewässert, welche ihren Ursprung teils auf der Paul da Serra, teils an deren Südrand hatten. Ob die später dokumentierten Levadas wie die Levada da Serra da Ponta do Pargo, die Levada Velha do Lajeado, die Levadinha da Serra, die Levada Seca, die Levada dos Marinheiros, die Levada da Serra de Ponta do Sol, die Levada de Tabua, die Levada do Moinho, die Levada Velha das Canhas, die Levada do Coronel, die Levada do Techo und die Levada do Lombo do Mouro (um nur die grösseren Levadas aufzuzählen) zu dieser Zeit und in ihrer heutigen Form bereits existiert haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Es existieren ja unzählige kleine Lavadas, die einzelne Lombos aus den danebenliegenden Bächen mit Wasser versorgten.
Ebenso weiss ich nicht, wann die 3 heute verfallenen Levadas gebaut wurden, die aus dem Rabacalgebiet Wasser bezogen und bis zum Bau der Levada Nova West 1953 die verschiedenen Lombos in Estreito da Calheta bewässerten (Levada da Senhora, Levada dos Moinhos und die Levada da Azenha).


Etappe 1855-1877:



Mit der Eröffnung der historischen Levada do Risco, die sich aus der heutigen 'Levada do Risco', der heute verfallenen 'Levada do Furado Velho', dem Furado Velho (Tunel das Estrebarias) und dessen Fortsetzung auf der Südseite zu den Gegenden um Prazeres, Fajã da Ovelha, Ponta do Pargo und Paúl do Mar.
Ob die 3 Rabacallevadas Levada da Senhora, Levada dos Moinhos und die Levada da Azenha auch in dieser Periode, vor dem Furado Velho oder nach dem Bau des Furado Novo gebaut wurden, weiss ich nicht.





Etappe 1877



Mit der Eröffnung der Levada Vinte e Cinco Fontes, dem Furado Novo (Reitertunnel) und der anschliessenden Horizontallevada in westlicher und östlicher Richtung wurde das Gebiet um Calheta, Estreito da Calheta und Arco da Calheta mit Wasser versorgt. Der westliche Ast kreuzt die vermutlich vorbestehenden Levada da Senhora und die Levada dos Moinhos. Wie genau der Wasserfluss hier geregelt wurde, konnte ich noch nicht klären. Ebenso kreuzt der östliche Ast der Levada Vinte e Cinco Fontes die vermutlich ebenfalls vorbestehende Levada da Azenha.






Etappe 1877-1953



In dieser Zeit, möglicherweise wie oben erwähnt auch schon viel früher, wurden ebenfalls die Levada da Serra da Ponta do Pargo, die Levada Velha do Lajeado, die Levadinha da Serra, die Levada Seca, die Levada dos Marinheiros, die Levada da Serra de Ponta do Sol, die Levada de Tabua, die Levada do Moinho, die Levada Velha das Canhas, dieLevada do Coronel, die Levada do Techo und die Levada do Lombo do Mouro erstellt. Folgende Karte zeigt die Situation 1942:




Etappe 1953-ca 2020



Die Zeit des grossen Levadaneubauten in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts veränderte die Situation rund ums Rabacal-Gebiet grundsätzlich:

- Das Kraftwerk Calheta I wurde gebaut und 2 grosse neue Horizontallevadas (Levada Nova West und Ost) wurden errichtet.
- Die historische Levada do Risco wurde beim Rabacal-Haus gekappt und das Wasser über eine Vertikallevada kurz vor dem Reitertunnel in die Levada Vinte e Cinco Fontes geleitet, der Rest ('Levada do Furado Velho', der Furado Velho und die Anschlusslevada auf der Südseite wurden stillgelegt, ebenso die 3 Levadas aus dem Alecrimgebiet (Levada da Senhora, Levada dos Moinhos und die Levada da Azenha).
- Die Levada Vinte e Cinco Fontes wurde auf der Südseite an ihrem östlichen Horizontalast gekappt und mit einer Druckröhre ans Kraftwerk Calheta I angeschlossen. Der westliche Horizontalast ist heute eine Zugangspiste von der ER-211 zum Levadahaus der Levada Vinte e Cinco Fontes und weiter westwärts eine Forstpiste.
- Die Levada da Rocha Vermelha wurde neu gebaut, zusammen mit der Levada do Seixal als weiterem Zubringer von der Nordseite, und ans Kraftwerk Calheta I mit einer Druckröhre angeschlossen.
- Die Levada do Paul I wurde am Ort der Levada dos Moinhos neu gebaut und an die neu erstellte Camara da Carga beim Rabacalparkplatz angeschlossen.
- Die Levada Velha do Lajeado wurde bei der Passage der Ribeira do Alecrim gekappt (alter Aquaedukt), das Wasser in die Ribeira do Alecrim geleitet und später von der Levada do Paul 1 aufgefangen.
- Die Levada do Paul 2 wurde neu gebaut und ebenfalls an die Camara da Carga beim Rabacalparkplatz angeschlossen.
- Die Camara da Carga wurde mit 2 Druckröhren ans Kraftwerk angeschlossen
- Die Levadinha da Serra wurde gekappt und an die Levada do Paul 2 angeschlossen.
- Die Levada da Serra da Ponta do Pargo wurde an die Levada Nova West angeschlossen
- Weiter östlich wurde die Levada Nova da Ponta do Sol gebaut.
- Die Levada Seca wurde aufgegeben
- Die Levada de Marques Teixeira wurde neu gebaut




Etappe ab 2020



2020 wurde das bestehenden Kraftwerks Calheta I zu einem Pumpspeicherkraftwerkes Calheta III erweitert. Ziel ist die Erhöhung der Leistung und vor allem die Speicherung der elektrischen Energie, die von den Wind- und Solarkraftwerken produziert wird.

Es umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

1. Aufhebung der Druckleitung 1 von Camara da Carga ins Kraftwerk Calheta und Stillegung der 2 Turbinen. Bau eines Staubeckens "Pico da Urze" mit 1'000'000 m3 Volumen und einem 31 m hohen Staudamm auf einer Fläche von 7 ha.
2. Einbau von 2 neuen Turbinen mit je 15 MW Leistung, 3 Pumpen mit je 4,9 MW Leistung, ein Auffangbecken von 73'750 m3 Volumen mit einem Staudamm von 34 m Höhe und einer Fläche von 6'360 m2 auf Niveau Kraftwerk.
3. Druckleitung von 3.6 Km Länge mit Doppelfunktion Druckröhre und Pumpröhre
4. Pumpstation mit 2x 150 kW Leistung im Bereich des Speicherbeckens Camara da Carga, um das Wasser der Levada do Paul 1 und Paul 2 auf das Niveau des neuen Stausees zu pumpen.
5. Erhöhung der Kapazität der Levada do Paul 2 von der Madre bis Km 8.6 (Erhöhung der Wände um 25 cm).
6. Ausbau der Levada Velha do Lajeado zwischen der Ribeira do Lajeado und der Ribeira do Alecrim (1600 m) mit Beton und Zuleitung zum Pico da Urze-Stausee
7. Ausbau des Anteils der Levada Nova zwischen dem Kraftwerk und dem Speicherbecken Lombo do Salao, um den Wasserverlust zu verringern.