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17.05.2019 Zum Abschluss 5 Levadas in Ponta do Sol
Datum: 17.05.2019
Anfahrt: Canico - Ribeira Brava - Ponta do Sol
Verlauf: Ich traf mich mit Issi und Piet an der Bananenwaschanlage bzw. dem unmotivierten Kreisel am Ende der Strasse in der Ribeira da Ponta do Sol zur Abschlusswanderung meines 2019-Aufenthaltes. Ab hier auf dem Treppenweg und Trampelpfad direkt hoch bis zur Levada do Coronel hoch, kurz in Fliessrichtung bis zur ersten Strassenkreuzung und wieder zurück. Da wurde seit unserer Wanderung Wanderung 2013 doch ziemlich gearbeitet. Die Geländer an der ersten ausgesetzten Stelle und auch die Zugangspiste vom Talgrund habe ich noch nicht gesehen. Auch das Levadabett ist bis zur zweiten Madre komplett erneuert.
Bis zur zweiten Madre ist der Weg gut unterhalten, allerdings teilweise doch ziemlich exponiert. Nach der zweiten Madre kommt ein kurzes Stück, das stark überwuchert ist und etwas mühsam zu gehen ist. Es sind allerdings nur etwa 30 Meter, danach wird es wieder deutllich besser. Wir haben uns natürlich gefragt, was der Sinn dahinter sein könnte. Meine Theorie ist, dass die absichtlich die Wanderer, die bis zur zweiten Madre kommen, nicht animiert werden sollen, auf der Levada weiterzugehen, weil es da hinten deutlich anspruchsvoller wird.
Man hat den Eindruck, dass sie den weiteren Levadaweg chemisch von Unkraut befreit haben, uns sollte es recht sein, der Weg ist immer noch nicht ganz ungefährlich zu gehen, da ist man froh, wenn man sieht, wo man hintritt. Nach einem exponierten Stück wird es wieder einfacher, hier geht man oberhalb von alten, unbewirtschafteten Feldern, dann nochmals ziemlich ausgesetzt oberhalb der Ribeira und der Schotterpiste, da muss man sich doch etwas konzentrieren.
Es folgt der kurze wunderschöne Galerietunnel. Hier hat man das Gefühl, dass die Levada ganz frisch betoniert wurde, alles in perfektem Zustand, obwohl hier schon lange kein Wasser mehr fliesst. Meine >Theorie dazu ist, dass die Levada in ihrer Originallänge gar nicht so lange in Betrieb war, weil es einfacher war, das Wasser an der zweiten Madre aus der Levada Nova zu beziehen und die Originalmadre immer wieder zerstört wurde (siehe später).
Nachdem wir die Ausblicke aus den Galeriefenster auf die Levada do Moinho ausgiebig genossen hatten, ging es weiter durch einfacheres Gelände. Das Levadabett verläuft hier zuerst klassisch neben dem Weg, dann zusammen mit dem Weg über eine Mauer und schliesslich bis fast zum Schluss in einer Mauer neben dem Weg. Alles ziemlich verwachsen, aber in erstaunlich gutem Zustand. Schliesslich kommt man zu einem kleinen Bach und einem feuchten Abschnitt, den ich bei meinem ersten Besuch als Madre 1 interpretiert hatte. Gut möglich, aber viel Wasser kommt da nicht vom Berg runter. Hier geht dann auch nach ein paar Metern der ursprüngliche Schilfrohrabstieg zur Schotterpiste runter. Auch hier sieht nach der Überschwemmung von 2014 alles anders aus als vor 6 Jahren. Jedenfalls gibt es jetzt einen echten Weg, relativ steil, aber gut begehbar. Ich bin allerdings den Levadaspuren weiter auf der gleichen Höhe nach Norden weiter, bis sie nach etwa 30 Metern abrupt bei einem steilen Abbruch zur Schotterpiste endeten. Wenn man jetzt hier sich eine Weiterführung ausdenkt, kommt man etwa 200 Meter weiter nördlich auf die Ribeira da Ponta do Sol. Für mich ist eigentlich klar, dass die Levada do Coronel ihre eigentliche Madre ('Madre 0') ursprünglich in der Ribeira da Ponta do Sol hatte. Die Madre und die ersten 200 Meter wurden dann aber bei wiederholten Hochwasser (wie auch 2014 eindrücklich erlebt) immer wieder zerstört, so dass man sich eine andere Wassergewinnung einfallen lassen musste, sei es wirklich an Madre 1 oder direkt an Madre 2.
Auf der Schotterpiste ging es dann weiter zur Madre der Levada do Moinho und weiter zur Madre der Levada Nova da Ponta do Sol. Hier haben wir die neue Situation des Wasserzuflusses angeschaut. Der alte Betonriegel ist, entgegen meinen Informationen, immer noch unversehrt, einzig der Wasserzufluss vom Stauwehr zum Beginn der Levada ist komplett umgepflügt und wird mit einer Röhre überbrückt. Die neuen Rohre, die das Bachbett überspannen, haben nichts mit dem Zufluss zur Levada zu tun, denn sie verschwinden in der Betonumrandung und dienen fast sicher der Trinkwasserversorgung!
Auf der Levada Nova in Fliessrichtung, vorbei am wirklich wunderschönen Wasserfall und durch den Tunnel, dann vorbei an teilweise abgebrannten Waldpartien, wo es immer noch geraucht hatte. Und von oben kam unangenehmer Aschestaub runter, da war uns nicht ganz so wohl, man weiss ja nie, ob da nicht noch mehr runterkommt. Trotzdem genossen wir nochmals den Blick auf unseren Hinweg und den Galerietunnel.
Nachdem die Levada einen grossen Bogen nach Osten macht, haben wir sie auf dem Treppenweg nach oben verlassen. Da hier auch gelegentlich ein Trailrun stattfindet, sind die Stufen in perfektem Zustand., Man kommt zuerst zum gelben Palheiro, wo ein Weiterweg zur Strasse nach Jangao möglich wäre. Wir sind aber weiter aufgestiegen, wieder vorbei an verbrannten Felder zum Zwischenreservoir der Levada do Teixo. Der Weiterweg in Fliessrichtung wäre möglich, da wurde auch etwas gearbeitet, aber im Moment ist es da alles schwarz, erodiert und daher nicht ganz ungefährlich. Ein anderes Mal....
Auf der Levada weiter gegen die Fliessrichtung, auch hier mit bissigem Rauch in den Augen, bis zur Zugangspiste von Jangao. Ab hier ist der Wald unversehrt, weiter ging es entlang der Levada do Teixo bis zur Madre. Der Weg ist zu Beginn relativ gut begehbar, irgendwann muss man dann auf einer Levadamauer 4 Meter über dem Weg gehen, dann durch den Wald. Eine Stelle ist ziemlich ausgesetzt, da muss man etwas aufpassen. Kurz vor der Madre eine etwas enge Stelle, wo man auf dem Hinweg den rechten Arm in herrlich feuchtem Gras kühlen kann, auf dem Rückweg ist es dann der linke Arm... Zurück zur Piste und auf dieser nach Jangao.
Hier sind wir dem Caminho entlang des östlichen Endastes der Levada da Serra bis zur Levada Nova da Ponta do Sol abgestiegen, auf dieser nach Westen, Kreuzung mit dem westlichen Endast der Levada da Serra. Ab hier nach Lombada, Abstieg zur Levada do Moinho, auf dieser hier haben wir noch die alte Mühle (Moinho da Lombada da Ponta do Sol) mit dem beeindruckenden Aquaedukt, den Wasserfall, die alten Mühle mit den Schaufelrädern umrundet.
Da wir einen neuen, von Issi angepeilten Abstieg zum Ausgangspunkt gehen wollten, sind wir dann auf der Suche des ominösen gelben Hauses, das wir von der Gegenseite als Fixpunkt ausgemacht hatten, etwas herumgeirrt. Eigentlich hätten wir, wie wir dann herausgefinden hatten, eigentlich nur der Levada do Moinho nach der Mühle folgen müssen. Der Einstieg ist etwas verwirrend, der Weg geht zuerst wieder etwas hoch, dann aber mit gleichbleibendem Gefälle entlang von Mauern, über kleine Levadas, durch Wiesen und am Schluss auf einer Betonpiste zur Brücke über die Ribeira da Ponta do Sol, neben der wir unser Auto abgestellt hatten.
Distanz: 16.8 Km, 720 Hm Aufstieg, 720 Hm Abstieg
Start: 10.20 Ponta do Sol
Ende: 18.10 Ponta do Sol
Zustand: Die Levada do Coronel sollte man nur begehen, wenn man trittsicher und schwindelfrei ist, die Levada do Teixo ist vielleicht nicht eine klassische Wanderlevada, aber sehr schön gelegen und abwechslungsreich, auch hier ist sicher Trittsicherheit gefragt.
Sonst eigentlich problemlos, wenn auch in dieser Form etwas lang und im Abstieg ermüdend.
Bemerkungen: Man kann diese Begehungen auch splitten, Hin- oder Rückweg über die Levada do Moinho oder die Levada Nova da Ponta do Sol.
Dank: Danke an Issi und Piet für die Begleitung!
GPS-Daten: Original GPS-Track
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