Laas

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Waale und Wanderungen um Laas und Allitz


Gegend: Laas

Laas ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Laas liegt auf etwa 860 Metern Höhe im Haupttal des Vinschgaus. Berühmt ist der Ort vor allem durch den Laaser Marmor. Allitz, eine Fraktion der Gemeinde Laas, liegt etwas nördlicher am Eingang des Gadriatales.

Waale um Laas und Allitz:


Der Tarneller Waal hat eine Länge von 2 Kilometern. Er wird auf 1500 Metern Höhe am Laaser Bach gefasst. Er führt am Marmorbruch vorbei durch die Wälder nordostwärts zu den Wiesen des Weilers Tarnell, wo er auf 1250 Metern Höhe endet.


Der Laaser Kandlwaal wurde ebenfalls am Laaser Bach gefasst und hatte eine Länge von einem Kilometer. Er wurde 1790 gebaut und führte Wasser von der Schattenseite des Vinschgaus zur Sonnenseite. Dort verzweigte er sich in 2 Zweigwaale: Der Westliche Zweigwaal führte bis in die Nahe von St. Sisinius, wahrend der östliche Zweigwaal oder Unterwaal die östlichen Felder von Laas bis zum Allitzer Bach versorgte. Hauptbestandteil des Kandlwaales war der 600 Meter lange Viadukt mit 32 Steinpfeilern, die bis zu 15 Metern hoch waren. Auf diese Pfeiler waren Holzkandln gelegt. Der Aquaedukt überquerte auch die Etsch. 1907 fielen die in der Höhe verlaufenden Holzrinnen einem verheerenden Brand zum Opfer. Sie wurden nicht wieder aufgebaut, es wurde eine unterirdische Druckrohrleitung gebaut. Die Zweigwaale blieben in ihrem ursprünglichen offenen Zusatnd bestehen, bis sie 1983 aufgelassen und ebenfalls durch Rohrleitungen ersetzt wurden. Die Steinpfeiler blieben als kulturhistorische Zeugen bestehen und ein Teil des Aquaeduktes wurde auch wieder mit Holzkandln rekonstruiert.


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Das Allitzer Waalsystem versorgte den grossen Schwemmkegel des Gadria- (Allitzer-) Baches mit Wasser. Es handelte sich um ein ausgeklügeltes System mit Haupt- und Seitenwaalen. Davon ist heute fast nichts mehr übrig geblieben. Im Rahmen von Flurbereinigungen und der Verrohrung der Wasserläufe zur Speisung der Beregnungsanlagen wurden die Waale aufgelassen und verfielen zusehends. Ab 1987 wurde wenigstens der Leitenwaal, einer der Seitenwaale, restauriert und teilweise wieder mit Wasser versorgt. Ebenso wurden 2 Waalerhütten und ein beeindruckendes Wasserverteilsystem rekonstruiert. Der Leitenwaal scheint aber in der Zwischenzeit wieder stillgelegt worden zu sein und ist zunehmend wieder zugewachsen. Die Waalerhütten und das Verteilsystem im Allitzer Waldele kann aber weiter besichtigt werden, verbunden mit einer kleinen Rundwanderung entlang des Leitenwaales (vgl. Empfohlene Wanderungen)



Der Zinswaal oder Versinswaal hat eine Länge von 2 Kilometern. Er wird auf 960 Metern am Nordostfuss des Kirchleins St. Martin am Laaser Bach gefasst und führt nach Westen oberhalb der Wiesen und unterhalb des Waldes. Er endet am Bergfuss des Grafairhofes. Ein markierter Wanderweg führt parallel zum Waal.



Der Feileggerwaal wurde auf 1950 Metern Höhe an der Gadria gefasst und führte durch steile Lärchenwälder nach Süden zum Feilegghof auf 1561 Metern Höhe. Er bestand fast vollständig aus Hozrinnen (Kandln), ist aber längst verschwunden. Ein paar verwachsene Reste erinnern noch an den einstigen Waal




Die Laaser Marmorbahn:

08.08.2011/09.10.2012

Es handelt sich hier nicht um eine klassische Wanderung, sondern um eine zweiteilige Besichtigung der hochinteressanten Laaser Marmorbahn. Diese ist ein spannendes technisches Kulturerbe. Einige persönliche Kontakte ermöglichten uns, einen etwas tieferen Einblick als üblich zu erwischen. Es ist möglich, den Weg vom Marmorwerk in Laas auf einem Schaupfad zur Bergstation der Schrägbahn hochzuwandern und dann dem Bahntrassee der oberen Marmorbahn entlangzugehen (vgl. Unsere Wanderungen).

Der Marmorsteinbruch, der Weisswasserbruch, befindet sich auf 1570 Metern Höhe. Es gibt in der sogenannten Jennwand noch 2 weitere Marmorsteinbrüche, der Göflaner Mitterwandbruch und den Jennwandbruch, die beide auf etwa 2200 Metern Höhe liegen. Bis 1930 wurden die Marmorblöcke mittels Hanfseilen und Schlitten talwärts transportiert. Um die Effizienz zu erhöhen, wurde ein kombinierter Bahntransport geplant und 1929 nach Plänen von Karl Franchini gebaut. Gebaut wurde die Bahn in nur einem Jahr von der Firma Adolf Bleichert & Co aus Leipzig. Zu Beginn wurden auch die Marmorblöcke des Göflaner Marmorbruches auf diesem Weg transportiert, nachdem sie über den Marmorweg mit Lastwagen zur Bergstation der Bahn gebracht wurden. Seit 1999 werden die Blöcke des Göflaner Steinbruches mit Lastwagen ins Tal befördert. Eine Beförderung aus dem Weisswassersteinbruch mittels Lastwagen ist nicht möglich, weil sich das ganze Gebiet im Stilfser Nationalpark befindet.


Der Weisswasserbruch


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Die Laaser Marmorseilbahn

Die Laaser Marmorbahn besteht aus 5 Teilen:


Ein Seilkran befördert die Marmorblöcke vom Zwischenlager ausserhalb des Steinbruches zum Ende der oberen Marmorbahn. Die Höhendifferenz beträgt 175 Meter. Der ursprüngliche Seilkran war von 1930 bis 2011 in Betrieb. Er wurde ersetzt durch einen neuen Seilkran, der weiter in Richtung Westen auf die obere Marmorbahn trifft. Gleichzeitig wurde am Jennwandbruch ein neuer Seilkran gebaut, der die Marmorblöcke direkt zum Fahrweg ins Laaser Tal transportiert.


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Der hintere Seilkran wurde 2011 durch einen neuen Seilkran ersetzt, der weiter westlich auf die Marmorbahn trifft:


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Die Obere Marmorbahn ist eine horizontale, etwa 1800 Meter lange Transportbahn. Sie führt vom sogenannten Aufleger unter dem Seilkran zur Bergstation der Schrägbahn. Hier befindet sich das Maschinenhaus und Rangiergeleise, um jeweils einen Wagen auf den Wagen der Schrägbahn rollen zu lassen.


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Mit der Schrägbahn, auch Bremsberg genannt wird jeweils ein Wagen mit einem Marmorblock von 1355 Metern Höhe 474 Meter hinunterbefördert. Es handelt sich um eine Standseilbahn, deren beide gegenläufig fahrenden Wagen sich in der Mitte auf einer Abt'schen Weiche kreuzen. Jeder der 2 Wagen verfügte ursprünglich über zwei 8 Meter lange Gleisstücke, die parallel zum Berg angeordnet sind und jeweils zwei Wagen mit je einem Marmorblock aufnehmen konnte. Heute wird aber nur noch das bergseitige Gleis für den Transport eines Wagens verwendet. Die Spurweite der Schrägbahn beträgt 2.533 Meter, die Länge 950 Meter. Das Maschinenhaus befindet sich oberhalb der Schienen und das Seil wird über eine gigantische Walze über eine Umlenkrolle zur Schrägbahn geleitet. An der Talsstation wird der Wagen auf der unteren Marmorbahn weitertransportiert.


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Die untere Marmorbahn hat eine Länge von 800 Metern und führt nach einer ersten Kurve schnurgerade zuletzt auch über eine Brücke über die Etsch ins Marmorwerk. Die Wagen der oberen und der unteren Marmorbahn stammen von der Firma Carminati e Toselli, die Lokomotiven von Tecnomasia Brown Boveri. Ursprünglich wurden 3 Lokomotiven geliefert, von denen noch 2 in Betrieb sind, eine auf der oberen und eine auf der unteren Marmorbahn.
Die Lokomotiven waren ursprünglich akkubetrieben, 1937 wurde sie elektrifiziert mit einer Oberleitung. 1997 wurden sie auf dieselelektrischen Betrieb umgestellt.

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Im Marmorwerk selber werden die Blöcke mit Hilfe eines Portalkranes auf Werkwaggons auf einem Rangiergeleis verladen, um diese betriebsintern zu verschieben.

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Quelle: Wikipedia


Ein spannendes Video zeigt die Abläufe des Transportes der Marmorbahn, bereits mit dem neuen Seilkran:





Empfohlene Wanderungen um Laas:


Die Wanderung bei sentres.com, auf der man die Überreste des Allitzer Waalsystems entdecken kann, (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, von Gurgl nach St. Martin (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, von Laas zum Bergweiler Parnetz (pdf).

Unsere Wanderungen um Laas:


Litzerseen: 10.10.2012

Vom Strimmhof über die Stierhütte zu den Litzerseen (oder Allitzerseen), gleicher Weg zurück
ca. 14 Km Höhendifferenz ca. 1000 Hm Auf- und Abstieg


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Quelle: Südtiroler Waalwege 40 schöne Wanderungen von Hanspaul Menara ISBN 978-88-8266-829-7