Algund

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Waale und Wanderungen um Algund, Meran und im unteren Passeiertal


Gegend: Algund und Meran

Algund ist die unterste Gmeinde im Vinschgau, Meran der Hauptort des Burggrafenamtes, das Etschtal erstreckt sich weiter Richtung Bozen, von Nordosten mündet das Passeiertal, von Westen das Ultental in der Gegend von Meran ins Etschtal


Waale um Algund:


Der Algunder Waal oder Plarser Waal oder Gratscher Waal hat eine Länge von etwa 6 Kilometern. Er wird auf 508 Metern Höhe an der Töll in der Etsch gefasst. Er durchquert die Hänge von Plars, Algund und Gratsch. Unterhalb von Dorf Tirol endet er im Köstengraben auf 400 Metern. Der Waal ist zu einem grossen Teil in seiner ursprünglichen Form erhalten. Teilweise fliesst das Wasser in Betonrinnen oder unterirdisch. Westlich von Gratsch wird eine Schlucht in einer Rohrleitung überquert. Der Begleitweg wird Algunder Waalweg genannt, aber der Waal selbst wird unterteilt in den Plarser Waal im Westen, den Algunder Waal in der Mitte und den Gratscher Waal im Osten. Das hat einereseits mit der geographischen Lage und der Bestimmung des Wassers zu tun, hat aber auch einen historischen Hintergrund, da der Waal in 3 Etappen gebaut wurde. Der Plarser Waal bestand auf jeden Fall bereits vor 1333. In diesem Jahr wurde das Wasserrecht der Plarser bestätigt und auch das Recht der Algunder, den Waal auf ihre Felder zu verlängern. 1734 verlängerten die Bauern von Gratsch den bestehenden Waal bis zum Köstengraben und damit auf die heutige Länge.


Waale um Meran und im unteren Passeiertal:


Der Purnwaal wird auf etwa 410 Metern am Finelebach gefasst und hat eine Länge von knapp 2 Kilometern. Er quert die Hänge, die von Dorf Tirol zur Passer absinken, und mündet nördich unter der Zenoburg in die Passer. Er wird 1332 urkundlich erwähnt. Heute verläuft eine Rohrleitung an seiner Stelle, der Purenweg ist der ausgebaute Begleitweg.


Der Riffianer Waal wird auf 875 Metern Höhe am Finelebach gefasst. Seine Länge beträgt etwa 3.5 Kilometer. Er folgt zuerst relativ eben , dann immer steiler der östlichen Talseite bis zum Ungerichthof. Dort wendet er sich gegen Osten und fällt weiter ab bis auf gut 600 Meter. Dann fliesst er wieder relativ eben oberhalb der Obstgüter von Riffian bis zum Rösslhof oberhalb der Riffianer Kirche auf gut 600 Metern Höhe. Es handelte sich durchwegs um einen Bodenkanal, der aber 1980 vollständig durch eine im Kanal eingegrabene Rohrleitung ersetzt wurde. Im oberen Teil ist der Kanal noch teilweise sichtbar, im unteren Teil wurde der Kanal zu einem breiten Wanderweg ausgebaut.


Der Kuenser Waal wird auf etwa 1000 Metern Höhe unterhalb des Longfallhofes am Finelebach gefasst und führt quer durch steile Waldhänge zu den Wiesen oberhalb des Mutlechnerhofes auf 837 Meter Höhe. Hier wird er in die Beregnungsanlagen eingspeist. Sonst ist der Waal in seiner ursprünglichen Form als Bodenkanal erhalten. Der Waal hat eine Länge von 2.5 Kilometern. Teilweise wurde er aus dem Fels gemeisselt, teilweise wurden Trockenmauern gebaut. In einer Erosionszone wurde ein Stück in den Boden verlegt. Der Waal wurde 1386 gebaut, ein noch älterer Waal wurde zuvor durch Murgänge zerstört.


Der Tiroler Waal wird auf 875 Metern Höhe, also auf der gleichen Höhe wie der Riffianer Waals, am Finelebach gefasst. Er quert die Waldhänge zum Tiroler Kreuz, ab hier weiter nach Südwesten. Dann wendet er sich nach Südosten durch Dorf Tirol und endet beim Segensbühel auf 514 Metern Höhe. Seine Länge beträgt 5 Kilometer. 1980 wurde der Waal durch eine im Kanal verlegte Rohrleitung ersetzt. Der trocken gemauerte Kanal ist nur noch in Resten sichtbar.


Der Brandiswaal wird auf 350 Metern in der Gaulschlucht an der Falschauer, dem Ultener Talbach, gefasst. Seine Länge beträgt knapp 4 Kilometer. Er führte ursprünglich mit Holzkandln aus der Schlucht heraus zur Koflschmiede und dann als Bodenkanal durch die Hänge nach Süden bis zum Brandisbach, wo er auf 313 Metern endete. Die Passage des Pschailgrabens durchquerte er unterirdisch, oberhalb von St. Margareth wurden in der Schwarzwand wiederum Holzkandln verwendet. Der Waal wurde 1834 gebaut und diente der Bewässerung der Güter des Grafen von Brandis. Der erste Teil in der Schlucht wurde um 1930 aufgelassen, weil das Wasser über einen Kraftwerkstollen weiter vorne gefasst werden konnte. 1955 wurde der Waal durch eine im Kanal verlegte Rohrleitung ersetzt und in einen Wanderweg umgewandelt. Am Ende des Waales besteht die Möglichkeit, einen Abstecher zu einem Wasserfall (Brandis-Gaul) ins Brandistal zu machen.


Der Marlinger Waal wird auf 508 Metern Höhe an der Töll in der Etsch gefasst. Er durchquert auf seinen 13 Kilometern Länge nahezu eben die steilen Felswände und Mischwälder, er endet auf 420 Metern Höhe im Raffeingraben oberhalb von Lana. Der Waal verläuft zum grössten Teil immer noch offen, nur teilweise durch Felsstollen, Rohre und Betonrinnen. Der Weg geht im ersten Abschnitt über Holzstege durch senkrechte Felswände. Die Wanderung entlang des Marlinger Waales ist sehr empfehlenswert!


Der Fragsburger Waal wird auf 760 Metern unterhalb des Fragsburger Wasserfalles am Sinichbach gefasst. Er durchquert beim Verlassen der Schlucht zuerst steile Felswände und Waldhänge, dann verläuft er am Oberrand von Wiesen, teilweise durch Wald an der Fragsburg vorbei nach Norden und endet nach dem Goferhof auf 570 Metern. Im nödlichen Teil ist der Waal durch eine Rohrleitung ersetzt. Der Kanal ist aber teilweise noch erhalten. Beim Zugang zum Wasserfall geht man ein Stück auf dem Begleitweg. Der Waal hat eine Länge von rund 3 Kilometern.


Der Maiser Neuwaal oder Maiser Oberwaal oder Maiser Waal wird auf etwa 470 Metern Höhe an der Passer in Saltaus gefasst. Er hat eine Länge von 9 Kilometern. Er verläuft durch die ostseitigen Waldhänge, vorbei am Sonnwendhof und in der Nähe von Schloss Planta. Er mündet im Ortsteil Lazag auf 350 Metern Höhe in den Naifbach. Er ist noch in vollem Betrieb und in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Gelegentlich ist er verrohrt oder in Betonrinnen gefasst, vor allem im letzten Abschnitt, wo er sich teilweise zwischen den Häusern verliert. Bis dahin ist er aber sehr naturnah belassen. An einer Stelle ist er in die Felsen gehauen. 1227 werden Wasserrechte aus dieser Gegend urkundlich erwähnt, es handelt sich damit um die ältesete Überlieferung der künstliche Bewässerungssysteme im Südtirol. Beim hier erwähnten Waal handelt es sich aber nicht um den Maiser Waal. Dieser wurde 1473 in Betrieb genommen.


Der Verdinser Waal oder Schenner Waal wird auf 1100 Metern in der Masulschlucht gefasst, er durchquert die steilen Hänge nahezu eben nach Westen, dann wendet er sich mit relativ starkem Gefälle nach Süden Richtung Verdins. Ab hier verläuft er eben weiter bis zum Naifbach, wo er auf etwa 680 Metern endet. Der Waal hat eine Länge von knapp 8 Kilometern. Im nördlichen Teil verläuft er teilweise gedeckt, in der Masulschlucht durch einen Stollen, dessen Bau nach einem Felssturz notwendig wurde, und im südlichsten Abschnitt ist er durch eine Rohrleitung ersetzt worden. Dazwischen auf einer Strecke von 2 Kilometern verläuft er offen in seinem ursprünglichen Zustand. Den Schnuggengraben überquert er als fliegende Leitung, ab und zu sind Betonrinnen vorhanden. Der Verdinserwaal wurde 1733 erbaut und anfänglich 'Neuwaal' genannt, weil es in dieser Gegend bereits einige ältere Waale gab.


Der Sankt Georgener Waal ist ein 1.5 Kilometer langer Waal bei Schenna, der vom Schnuggenbach südwärts zu den Kulturflächen von St. Georgen führt. Er wurde 1960 durch eine Rohrleitung ersetzt und aufgelassen.


Der Fünfzehner Waal hat eine Länge von 2 Kilometern. Er wurde am Schnuggenbach gefasst und verlief oberhalb von St. Georgen nach Süden. Er wurde 1960 aufgelassen und durch eine Rohrleitung ersetzt. Der Name des Waales stammt von einer Waalordnung von 1591, das Wasserrecht (die Rod) ging in 15 Tagen von Hof zu Hof um.


Der Obere Tschifonwaal hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Er führt vom Schnuggenbach nördlich zu den oberen Kulturgütern der Streusiedlung Tschifon. Er ist seit 1960 verrohrt und nur noch in Resten erhalten.


Der Untere Tschifonwaal hat ebenfalls eine Länge von einem Kilometer und verläuft unterhalb des Oberen Tschifonwaales zu den unteren Flächen von Tschifon. Auch er wurde 1960 durch eine Rohrleitung ersetzt.


Unsere Wanderungen im Passeiertal:



Maiserwaal: 08.10.2009

Von Saltaus bis zu den letzten Spuren in Obermais, dann ins Zentrum von Meran
ca 10 Km, Höhendifferenz ca. 560 Hm Auf- und Abstieg

Empfohlene Wanderungen um Algund:



Die
Wanderung bei sentres.com, Wanderung über den Kuenser und den Algunder Waal, (pdf).

Empfohlene Wanderungen um Meran:



Die Wanderung bei sentres.com, Runde entlang des Kuenser und des Riffianer Waalweges (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, Entlang des Verdinser Waales (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, der Maiser Waalweg (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, der untere Teil der Marlinger Waalweges (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, der ganze Marlinger Waalweg (pdf).


Die Wanderung bei sentres.com, der Brandis Waalweg (pdf).






Quelle: Südtiroler Waalwege 40 schöne Wanderungen von Hanspaul Menara ISBN 978-88-8266-829-7